Bild aus Youtube Film von Greenpeace |
Staudamm Belo Monte bedroht rund 5.000 Indigene am Xingu FlussWir brauchen nichts zum Leben von den Weißen. Wir leben nicht von Reis und Bohnen, oder Brot. Wir leben von Fisch und Maniok. Die Flüsse bedeuten alles für uns, wenn sie austrocknen, sterben auch wir. Wir wollen in Frieden hier leben und wir haben ein Recht darauf! meinen Indigene aus dem Xingu Gebiet zu Recht. Die Pläne für den Bau des Staudamms Belo Monte wurden wieder aufgegriffen und bedrohen den Lebensraum von Tausenden Indigenen.
Wir
demonstrieren gegen den Bau des Wasserkraftwerks. Warum? Weil der Regenwald, der
Boden, die Tiere leben müssen und sie sind auch Lebensgrundlage für uns
Indigene. Durch den Staudamm wird weniger Wasser zur Verfügung stehen. Weniger
Wasser zum Trinken, aber auch weniger Wasser für die Fische. Fisch ist unsere
Nahrungsgrundlage und der Staudamm beeinflusst die Vermehrung, das Vorkommen
von Fisch
Wir brauchen nichts zum Leben von den Weißen. Wir leben nicht von
Reis und Bohnen, oder Brot. Wir leben von Fisch und Maniok. Die Flüsse bedeuten
alles für uns, wenn sie austrocknen, sterben auch wir. Wir wollen in Frieden
hier leben und wir haben ein Recht darauf! Diese klaren Worte stammen von
Indigenen am Xingu Fluss im brasilianischen Amazonasgebiet. In diesem Gebiet ist der Staudamm
Belo Monte geplant. Während Unternehmer und Geschäftsleute das Projekt Belo
Monte in der Hoffnung auf einen Geldregen voll unterstützen, kümmert sich auf
der anderen Seite niemand um die Folgeschäden für das Leben von abertausenden BewohnerInnen,
deren Häuser und Agrarflächen überschwemmt werden. In den so genannten
öffentlichen Anhörungen wird nicht auf die sozialen und ökologischen Folgen
des Projekts eingegangen. Auch gibt es keine Möglichkeit für die Bevölkerung,
ihre Zweifel zu äußern, ihre Fragen zu stellen und ihre Kritik vorzutragen. Solche
Veranstaltungen sind Riten, in denen die Mitglieder der Eletrobras (Elektrizitätsgesellschaft)
oder der Regierung ihren Rosenkranz von Vorteilen und Leistungen vorbeten,
meint Bischof Kräutler. Wer es wagt, sich dem offiziellen Diskurs entgegenzustellen,
bekommt als Antwort: Dies ist der Preis, der für den Fortschritt bezahlt
werden muss. Dies ist ein erforderlich für Entwicklung. Die Schlüsselfrage jedoch ist: In
wessen Interesse liegt eigentlich das Projekt Belo Monte? In demjenigen Brasiliens?
Wird durch das Projekt der Wohlstand der BewohnerInnen des Bundesstaates Pará,
der Xingu-Indigenen, der Bevölkerung etwa verbessert? Wem kommt die
Elektrizität zugute? Die Nutznießer werden erneut die transnationalen
Unternehmen sein, die auf Kosten des Landes und der Bevölkerung leben. Dabei
werden sie mit Steuergeschenken und Vorteilen in der Elektrizitätsversorgung
überschüttet. Der Strompreis für die brasilianischen Familien hingegen ist
skandalös hoch, die Großunternehmen aber zählen auf die Großzügigkeit der
zukünftigen Regierungen. Solche Vorhaben beweisen, dass Amazonien als
bloße Energie-, Bergbau- und Holzprovinz sowie als die letzte noch zu
erschließende Agrarfront angesehen wird. Das Vorhaben
zum Bau des Staudamms ist nicht neu, bereits 1989 versammelten sich rund. 600
Indigene, um gegen die Regierungsentscheidung zu protestieren. Diese
Demonstration hatte eine enorme Resonanz in Brasilien und weltweit zur Folge.
Wenig später weigerte sich die Weltbank, das Projekt zu finanzieren. Damals wurde
es zwar eingestellt, aber nie aufgegeben. Aktuell liegen neue Pläne vor und der
Bau soll mit Februar 2010 besiegelt werden. Diese
Entwicklungen aus dem Xingu Gebiet zeigen einmal mehr, wie bedeutend globales
Denken und lokales Handeln sind. Es liegt an uns, Eingriffen in Natur- und
Lebensräume durch eine angepasste Wirtschafts- und Lebensweise in unserem
Umfeld entgegen zu wirken. Leichter gesagt, als getan. Dennoch, viele positive
Vorreiter in Österreich in Sachen erneuerbarer Energie, Förderung regionaler
Wirtschaftskreisläufe, biologischer Landwirtschaft etc. zeigen vor, wie es
gehen kann. Schließlich sind es auch die indigenen PartnerInnen der
Klimabündnis Gemeinden selbst, die bei zahlreichen persönlichen Treffen bereits
eindrücklich von ihrem Beitrag zum Erhalt eines einzigartigen Lebensraums
berichteten. Quellen: * Die indigenen Völker des Xingu und das
Wasserkraftwerk Belo Monte Auszüge
aus der Rede von BISCHOF ERWIN KRÄUTLER, erschienen in Brasilicum aktuelle Nachrichten
aus Brasilien Sonderheft 186/187 September/Oktober 2009 der
KoBra Deutscher Bundesweiter Zusammenschluss der Brasiliensolidarität *Film (auf Portugiesisch mit Portugiesischen Untertiteln): http://www.youtube.com/watch?v=YgtC93oUfNU Weitere
Informationen * http://plattformbelomonte.blogspot.com/2010/02/brasilien-umweltrechtliche-vorlizent.html
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