Quelle: spiegel.de |
Weltsozialforum: Wo Träumer plötzlich gehört werdenÜber 100.000 GlobalisierungskritikerInnen suchten in Belém nach nachhaltigen Lösungen - unter ihnen Thomas Brose vom Klimabündnis
In
den letzten Jahren wurde das Weltsozialforum von Außenstehenden oft als
eine Ansammlung von Spinnern und Träumern wahrgenommen. Jetzt werden wir
plötzlich ernster genommen. Vor allem, weil das eingetreten ist, was viele uns
vorausgesagt haben. Eine ernste Krise des gesamten Systems und vieler Dogmen,
hat sich für Thomas Brose, dem Geschäftsführer des europäischen Klimabündnis,
der Stellenwert des Weltsozialforums deutlich gehoben. Das
Klimabündnis nahm an der mit über 100.000 TeilnehmerInnen größten,
weltweiten Veranstaltung von Globalisierungskritikern in Belém in Brasilien
teil. Wir haben das Weltsozialforum genutzt, um den Kontakt mit indigenen
VertreterInnen aus Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Brasilien zu intensivieren
und über unsere gemeinsamen Projekte zu sprechen, so Brose. Einer der
Schwerpunkte des Weltsozialforums war die Zerstörung Amazoniens und die
Situation der Indigenen. Im
Vordergrund stand aber vor allem die globale Finanzkrise. Brose: Das Forum ist
eine Art Laboratorium, in dem die vielen, alternativen Ideen zusammengetragen
und diskutiert werden können. Die Vielfalt der Menschen und Gruppen vor allem
die vielen Jugendlichen lassen auf eine bessere Zukunft hoffen. Die Finanzkrise
könnte sich aber auch positiv auf die Klimabündnis-Partner in Amazonien
auswirken: Viele große Projekte, die den Regenwald zerstört hätten, werden
momentan auf Eis gelegt.
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