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Klimabündnis Partner warnen vor Ausverkauf des Regenwalds

Einführung der REDD-Zertifikate würde sich negativ auf indigene Völker auswirken.

Poznan (10. Dezember). In Poznan verhandelt die ganze Welt über das globale Klima. Oder nicht ganz die ganze Welt. „Die indigenen Völker haben weiterhin kein Mitspracherecht. Sie werden von den Nationalstaaten nicht ausreichend vertreten“, so Johann Kandler, Amazonas-Experte des Klimabündnis. „Auch hier in Poznan ist es nicht anders, die Nationalstaaten verfolgen oft andere Ziele. Wir vom Klimabündnis fordern weiterhin, dass die Indigenen bei diesen Verhandlungen einen eigenen Status bekommen sollten.“

 

Bestes Beispiel für die Unterschiede in der Zielsetzung sind die bei der UN-Klimakonferenz heiß diskutierten Verschmutzungszertifikate für Regenwaldschutz, kurz REDD. Im Rahmen eines REDD Systems sollen nach den Wünschen vieler Staaten die Emissionen aus tropischer Entwaldung anerkannt und bewertet werden, damit wirtschaftliche Anreize für den Stopp der Entwaldung geboten werden können. Industriestaaten können sich, wenn sie ihre Klimaschutzziele verfehlen zusätzlich durch den Kauf von Waldschutzzertifikaten freikaufen. „Dies könnte aber dazu führen, dass der Preis der Zertifikate insgesamt rapide sinken würde – Industriestaaten würden billige Zertifikate teuren Investitionen im eigenen Land vorziehen“, so Johann Kandler.

 

Für die Indigenen Völker droht dies zum Bumerang zu werden: „Indigene Gebiete dürfen nicht ohne unsere Mitsprache und Zustimmung in diese fragwürdigen Klimaschutzmaßnahmen einbezogen werden. Wir kämpfen seit langem gegen die Waldzerstörung durch unsere Regierungen und die Unternehmen, und jetzt wollen sie damit wieder auf unsere Kosten Gewinne machen“ fordert Diego Escobar von der COICA, dem indigenen Dachverband der Amazonasindianer. „Die jahrelange Erfahrung zeigt uns, dass das Geld dafür in andere Kanäle fließt. Für Indigene bleibt kaum etwas übrig“, so Kandler.

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